Was ist eine Hybrid Cloud?

Wenn ein Auto mit einem hybriden Motor betrieben wird, nutzt es im Stadtverkehr den wirtschaftlichen Elektroantrieb und schaltet bei einem höheren Leistungsbedarf auf den Benzinmotor um. So ähnlich funktioniert auch eine Hybrid Cloud. Sie verbindet verschiedene Cloud-Modelle zu einer einheitlichen Lösung, die für jeden Bedarf die richtigen Ressourcen zur Verfügung stellt.

Die besten Eigenschaften von Public, Private und Hyperscaling Clouds

Warum benötigt man überhaupt eine Hybrid Cloud? Weil jedes Cloud-Modell je nach Einsatzzweck bestimmte Vorteile mit sich bringt. Für eine andere Anwendung sind wiederum die Eigenschaften einer anderen Cloud die besseren. So stellt sich für Unternehmen normalerweise stets die Frage, welche Daten sie in der Cloud verarbeiten möchten, um die geeignete Cloud-Lösung zu finden. Eine Hybrid Cloud vereint hingegen alle Vorteile und bietet Ressourcen für alle Anwendungsfälle. Hier noch einmal die Cloud-Modelle und ihre Vorteile im Überblick:

Eine Public Cloud zeichnet sich durch eine besonders hohe Flexibilität und niedrige Kosten aus. Die Cloud-Ressourcen befinden sich in großer Menge im Rechenzentrum des Anbieters und werden von mehreren Kunden gemeinsam genutzt. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, schnell und flexibel auf die Ressourcen zuzugreifen und diese kostengünstig (pay per use) zu nutzen.

Die Private Cloud eignet sich bei sensiblen Daten oder einem hohen Performance-Anspruch besonders gut. Hier ist die Hardware ebenfalls im Rechenzentrum des Anbieters untergebracht, jedoch werden die virtuellen Ressourcen nur von einem Kunden genutzt.

Hyperscaling CloudHyperscaling Clouds wie zum Beispiel Microsoft Azure sind schließlich die beste Wahl, wenn neben den Compute-Ressourcen auch ein umfangreiches Angebot an Diensten aus der Cloud gewünscht ist. Azure stellt hierfür einen eigenen Appstore zur Verfügung.

Hybrid Cloud bietet Workloads die passenden Ressourcen

Beinahe jedes Online-Business hat mit verschiedenen Arten von Workloads zu tun. So besteht immer eine Grundlast von täglichen Aufgaben, die keinen besonderen Schwankungen unterworfen ist. Für diesen Workload, also beispielsweise den Betrieb des Shopsystems, eignet sich eine Private Cloud sehr gut. Kommt es aber vereinzelt zu Lastspitzen – sei es durch Saisongeschäft, Marketingaktionen oder Ähnliches – so werden diese flexibel und wirtschaftlich in die Public Cloud ausgelagert. Hier zahlt der Kunde nur für die Ressourcen, die er aktuell tatsächlich verwendet.

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Je nach Anforderung ist im Rahmen einer Hybrid Cloud bzw. Hybrid Hosting auch die Integration der internen IT oder gehosteter dedizierter Infrastruktur möglich. Ein Beispiel für eine solche hybride Lösung im produzierenden Gewerbe: Ein Unternehmen stellt ein Produkt her, das es nun durch zusätzliche „smarte“ Funktionen ergänzen möchte. Diese Funktionen erfordern jedoch eine gute und verlässliche Anbindung ans Internet. Für die Verarbeitung dieser Daten benötigt die Firma zusätzliche IT-Ressourcen. Um möglichst kosteneffizient und flexibel zu bleiben, bezieht sie diese aus der Cloud. Der eigentliche Produktionsprozess läuft nach wie vor auf der eigenen internen IT-Infrastruktur. Zusätzlich verwendet das Unternehmen eine extern gehostete Private Cloud für weitere Aufgaben, die eine gute Performance und hohe Sicherheit erfordern.

Hybrid Cloud erfordert gute Planung

Entscheidend für den Erfolg von hybriden Architekturen ist das optimale Zusammenspiel der verschiedenen Systemteile, sodass nahtlos gesteuert werden kann, wo welcher Workload bearbeitet wird. Dies wird durch ein einheitliches und zentrales Management gewährleistet, welches spezialisierte Anbieter von Hybrid-Cloud-Lösungen für den Kunden übernehmen. Der Anbieter stellt dabei sicher, dass die einzelnen Komponenten kompatibel und reibungslos miteinander arbeiten. Denn wenn sich die Verarbeitung von Daten verzögert, kann dies erhebliche Folgen für einzelne Geschäftsprozesse haben. Die gesamte Hybrid Cloud muss also als ein einziges nahtloses System gesehen werden.

Hinzu kommt, dass die Anforderungen jedes Unternehmens ganz individuell und recht komplex sind. Es gibt also keine Musterlösungen, welche Ressourcen für welchen Workload heranzuziehen sind. Bei der Planung gilt es, den Status Quo genau zu beleuchten und den Bedarf kommender Projekte zu berücksichtigen. Eine umfassende Erfahrung mit hybriden Lösungen und genaue Kenntnis der Cloud-Landschaft sind daher unerlässlich.

Unterstützung bei der Cloud-Findung

Externe IT-Infrastruktur-Anbieter, die verschiedene Produkte und Modelle im Portfolio haben, können hier gute Unterstützung leisten. Sie liefern Managed Hosting, Colocation, eigene Public- und Private-Cloud-Produkte sowie Lösungen von Drittanbietern aus einer Hand und stellen in Kooperation mit dem Kunden eine optimale hybride Lösung zusammen. Um die Umsetzung und das spätere Management kümmert sich ebenfalls der Dienstleister, sodass sich das beauftragende Unternehmen auf seine eigentlichen Geschäftsprozesse konzentrieren kann.

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